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Persönlichkeitstypen in der Psychologie: Das DISG-Modell

Das Anliegen der Psychologie ist es, den Menschen, sein Wesen, sein Verhalten und seine Handlungen zu verstehen. Zu diesem Zweck wurden von Psychologen bereits viele verschiedene Modelle entwickelt. Eines davon ist das DISG-Modell, welches vor allem im Business-Kontext genutzt wird, um bspw. seine Kunden besser zu verstehen oder auch das Arbeiten im Team zu verbessern. Hier sind die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Entstehung des DISG-Modells in der Psychologie

Die grundlegende Theorie des DISG-Modells ist auf den amerikanischen Psychologen William Moulton Marston zurückzuführen, der dieses bereits Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts entwickelte. Der amerikanische Unternehmer und ebenfalls Psychologe entwickelte das Ursprungsmodell weiter, wobei die grundlegenden Eigenschaften weitestgehend erhalten blieben. Um seine Typologie aufzustellen, nutzte Marston die Beobachtungen der Ärztin Edith Spaulding, die 250 Kinder beschrieb und die Erkenntnisse aus der Begleitung und Analyse von texanischen Gefangenen. Er teilte die Menschen in vier Gruppen ein.

Die 4 Persönlichkeitstypen

Die vier Persönlichkeitstypen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Intro- oder Extravertiertheit und ob sie sich eher an Aufgaben oder Menschen orientieren. Alle Persönlichkeiten bzw. ihren Eigenschaften werden außerdem Farben zugeordnet:

· Dominant
· Initiativ
· Gewissenhaft
· Stetig

Quelle: www.adivera.com


Dominant: 
Wie der Name schon suggeriert, zeigt dieser Persönlichkeitstyp ein dominantes Verhalten. Er zieht sein Ding durch, kann schnelle Entscheidungen treffen, ist durchsetzungsfähig, misst sich gern, mag Wettkämpfe und hat kein Problem damit, eigene Regeln aufzustellen, an die sich auch andere halten sollen. Er ist ein Anführer und Macher und kann aufgrund seiner Stärke und Schlagkraft auch arrogant oder rücksichtslos wirken. Der dominante Persönlichkeitstyp ist extravertiert und Aufgaben-orientiert.

Initiativ:  Der initiative Typ wartet mit Begeisterungsfähigkeit, Offenheit, geistiger Flexibilität, Freude an Kommunikation und Kreativität. Er knüpft gern verschiedene soziale Kontakte, verbindet Menschen und steht mit Vorliebe im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei versprüht er Charme, Optimismus und Leidenschaft. Er kann Gefühle und Empfindungen kommunizieren und reflektieren, geht jedoch Auseinandersetzungen aus dem Weg und mag keinen Streit. Der initiative Persönlichkeitstyp ist extravertiert und Menschen-orientiert.

Gewissenhaft: Menschen, die zum gewissenhaften Persönlichkeitstyp zählen, sind sehr zuverlässig und eben gewissenhaft. Sie bringen angefangene Projekte zu Ende, haben einen hohen Anspruch an sich selbst und ihre Ergebnisse. Zu ihren Eigenschaften zählt außerdem eine starke Affinität für Daten, Zahlen und Fakten. Am liebsten arbeitet der gewissenhafte Typ für sich allein statt im Team und neigt zur Selbstisolierung. Auch sein Perfektionismus führt dazu, dass er sich im Detail verliert. Der gewissenhafte Persönlichkeitstyp ist introvertiert und Aufgaben-orientiert.

Stetig:  Stetige Menschen mögen routinierte Abläufe, Rhythmen und einen geregelten Tageslauf. Sie können sehr gut zuhören, sind empathisch und versetzen sich sowohl in der Kommunikation als auch im Allgemeinen in andere hinein. Zu ihren soft skills gehören auch eine große Fürsorgepflicht und Verantwortungsbewusstsein. Ihr Bedürfnis nach Ausgeglichenheit und Harmonie rundet das stetige Profil ab. Allerdings könnten sie Gefahr laufen, von ihren Mitmenschen ausgenutzt zu werden, wenn diese sie bis zur Aufopferungsbereitschaft und Selbstaufgabe mit Aufgaben und Ansprüchen überschütten. Der stetige Persönlichkeitstyp ist introvertiert und Menschen-orientiert.

Nutzungshinweis zum DISG Modell

Um herauszufinden, welcher Persönlichkeitstyp man ist bzw. welche Anteile wie stark in der eigenen Persönlichkeit vertreten sind, gibt es einfache Tests im Internet. 

Bevor der Test durchgeführt wird, sollte man sich jedoch die Frage stellen, für welchen genauen Bereich die Analyse durchgeführt werden soll. Es gibt bei vielen Menschen große Unterschiede beim Testergebnis, je nachdem, ob sie den Fokus auf das Geschäftliche oder das Private lenken.

Kritik des DISG-Modells

Durch einen DISG-Persönlichkeitstest können sich Menschen selbst besser einschätzen, über ihre Stärken und Schwächen reflektieren und eigene Verhaltensweisen besser verstehen. Außerdem helfen die Beobachtung und Einschätzung von anderen, insbesondere Familienmitglieder, Freunde, Kollegen oder Vorgesetzte besser zu verstehen und anzunehmen. Kritiker werfen dem Modell Verallgemeinerungen vor und dass berufsrelevante Kriterien bei der Betrachtung nicht einbezogen werden. Es gibt außerdem Psychologen, die behaupten, dass sich die Normierung, Zuverlässigkeit und Validität des DISG-Modell als nicht stichhaltig erwiesen hätten.

Fazit

Im Business-Bereich wird das DISG-Modell besonders in der Mitarbeiterführung, der Teamarbeit, der Motivation, der Kundenansprache, Kundenzufriedenheit, allgemein im Marketing und dem Umgang mit Geschäftspartnern genutzt. Anscheinend mit Erfolg, denn sonst hätte das schon fast 100 Jahre alte Modell an Aktualität und Anwendungshäufigkeit längst verloren. Doch das DISG-Modell ist nur eine Möglichkeit der Betrachtung. In der Psychologie gibt es unzählig viele Typologien und Versuche, Menschen in Systeme einzuordnen. Viele weiterführende Informationen findest du sicher in unseren ausgewählten Fachbüchern und auch hier in zukünftigen Blog-Artikeln.